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Welche Laufleistung beim Leasing?

Die vereinbarte Laufleistung bestimmt deine Rate – und am Vertragsende, ob du nachzahlst oder etwas zurückbekommst. Hier erfährst du, wie du deine Fahrleistung verlässlich ermittelst, welche Stufe passt und wann sich die kleinere trotz Nachzahlung lohnt.

Stand: Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Ermitteln statt schätzen: Zwei Kilometerstände mit Datum verraten dir, wie viel du wirklich fährst.
  • An die ganze Laufzeit denken: Ein neuer Job, ein Umzug oder Homeoffice ändern die Fahrleistung oft stärker als alles andere.
  • Beide Stufen rechnen: Nimm die Stufe, die deine Fahrleistung abdeckt, und prüf die darunter. Entscheidend ist, was dich ein Kilometer der höheren Stufe kostet – verglichen mit dem Satz je Mehrkilometer.

Schritt 1: Deine Fahrleistung ermitteln

Am verlässlichsten ist, was du bisher gefahren bist. Dafür brauchst du zwei Kilometerstände mit Datum, am besten ein bis zwei Jahre auseinander. Du findest sie etwa im Bericht der Hauptuntersuchung, auf Werkstattrechnungen oder im Serviceheft.

Ein Beispiel: Am 1. Oktober 2024 stand der Tacho bei 41.300 km, am 1. Oktober 2026 bei 68.100 km. In zwei Jahren sind das 26.800 km, also 13.400 km im Jahr.

Ist dein Auto noch neu oder fehlen alte Werte, rechne deine Wege zusammen:

Beispiel: Fahrleistung aus den eigenen Wegen
Weg Rechnung im Jahr
Arbeitsweg 20 km einfach × 2 × 220 Arbeitstage 8.800 km
Einkauf und Freizeit 70 km je Woche × 52 Wochen 3.640 km
Urlaub und Besuche zwei Fahrten mit je 500 km 1.000 km
Zusammen 13.440 km

In solchen Aufstellungen fehlen leicht kleine Wege und Ausnahmen – rechne lieber etwas dazu. Auf den Durchschnitt solltest du dich dagegen nicht verlassen: Laut Kraftfahrt-Bundesamt fuhr ein Pkw in Deutschland 2024 im Schnitt rund 12.300 km. Über deine eigenen Wege sagt das nichts.

Schritt 2: An die ganze Laufzeit denken

Die Laufleistung gilt nicht für ein Jahr, sondern für die ganze Laufzeit, oft drei oder vier Jahre. Überleg, was sich in dieser Zeit ändern kann:

  • Neuer Job oder Umzug: Der Arbeitsweg ist meist der größte Posten. Im Beispiel oben macht er zwei Drittel der Fahrleistung aus.
  • Homeoffice: Jeder Tag pro Woche zu Hause spart im Beispiel rund 1.760 km im Jahr (40 km an 44 Arbeitswochen). Fällt das Homeoffice weg, kommen sie dazu.
  • Familie und Haushalt: Ein Zweitwagen fällt weg oder kommt dazu, Kinder müssen zu Schule, Verein oder Ausbildung.

Schritt 3: Die Stufe wählen – und die darunter prüfen

Leasinggeber bieten die Laufleistung meist in Stufen an, häufig in Schritten von 5.000 km im Jahr. Naheliegend ist die Stufe, die deine Fahrleistung abdeckt: bei 13.400 km also 15.000 km.

Die Stufe darunter ist trotzdem eine Überlegung wert, denn sie hat die niedrigere Rate. Ob die Nachzahlung am Ende mehr kostet, als du an Raten sparst, lässt sich ausrechnen.

Rechenbeispiel: 10.000 oder 15.000 km im Jahr?

Zwei Angebote für dasselbe Auto, beide über 36 Monate: Angebot A mit 10.000 km im Jahr für 289 € im Monat, Angebot B mit 15.000 km für 309 €. Beide berechnen 0,12 € je Mehrkilometer, vergüten 0,07 € je Minderkilometer und haben eine Freigrenze von 2.500 km, die als Freibetrag abgezogen wird. Du fährst 13.400 km im Jahr, in 36 Monaten also 40.200 km.

Beispiel: 40.200 km in 36 Monaten; abgerechnet wird, was über die Freigrenze von 2.500 km hinausgeht
Posten A: 10.000 km B: 15.000 km
Vereinbart 30.000 km 45.000 km
Abweichung +10.200 km −4.800 km
Abgerechnet 7.700 km 2.300 km
Abrechnung +924,00 € −161,00 €
Raten 10.404,00 € 11.124,00 €
Gesamt 11.328,00 € 10.963,00 €

Angebot B kostet 720,00 € mehr an Raten, erspart dir aber 924,00 € Nachzahlung und bringt 161,00 € zurück. Unterm Strich ist es 365,00 € günstiger. Dieselben Zahlen stecken im Angebotsvergleich hinter „Mit einem Beispiel ausprobieren“ – dort kannst du auch deine eigenen Angebote eintragen.

Die Faustregel: Was kostet ein Kilometer der höheren Stufe?

Ohne alles durchzurechnen, hilft eine Zahl: der Preis, den du bei der höheren Stufe für jeden zusätzlichen Kilometer im Voraus bezahlst. Du bekommst ihn, indem du den Unterschied der Monatsraten mit der Laufzeit malnimmst und durch die zusätzlichen Kilometer teilst.

Im Beispiel kostet B 20 € im Monat mehr, über 36 Monate also 720 €. Dafür sind 15.000 km mehr vereinbart. Jeder dieser Kilometer kostet damit 720 € ÷ 15.000 km = 0,048 € – nicht einmal die Hälfte der 0,12 €, die ein Mehrkilometer bei A kosten würde.

  • Deutlich unter dem Satz je Mehrkilometer: Die höhere Stufe lohnt sich schon, wenn du die kleinere nur ein Stück überschreitest. Im Beispiel ist B ab rund 11.000 km im Jahr günstiger. Gäbe es für Minderkilometer nichts zurück, läge die Schwelle bei rund 12.800 km: Erst dann kostet die Nachzahlung bei A mehr als die 720 € zusätzlicher Raten.
  • Über dem Satz je Mehrkilometer: Dann ist die kleinere Stufe in aller Regel günstiger, auch wenn du sie überschreitest – die Kilometer im Voraus zu kaufen kostet mehr, als sie hinterher nachzuzahlen.

Wichtig für den Vergleich: Die Angebote sollten sich nur in der Laufleistung unterscheiden. Sind Laufzeit, Anzahlung oder Sätze verschieden, rechne lieber die Gesamtkosten aus.

Lieber etwas mehr als zu wenig?

Mehr- und Minderkilometer werden oft nicht gleich behandelt: Mehrkilometer kosten meist mehr, als Minderkilometer bringen, und die Vergütung ist häufig gedeckelt oder ganz ausgeschlossen. Eine zu große Laufleistung kostet dich also über die höhere Rate etwas, eine zu kleine über die Nachzahlung meist mehr. Wie Deckel und Freigrenze wirken, steht im Artikel Minderkilometer und Freigrenze.

Bist du dir bei deiner Fahrleistung unsicher, schau deshalb genau auf den Preis je Kilometer der höheren Stufe: Liegt er deutlich unter dem Satz je Mehrkilometer, ist die höhere Stufe die sicherere Wahl.

Nach dem Abschluss: dranbleiben

Auch die beste Rechnung bleibt eine Schätzung. Vergleich deinen Kilometerstand ab dem ersten Monat mit dem Soll zum heutigen Tag, also der vereinbarten Laufleistung gleichmäßig über die Laufzeit verteilt. Wie das geht und was du tun kannst, wenn du darüber liegst, steht im Artikel Mehrkilometer beim Leasing.

Merkst du früh, dass die Laufleistung nicht passt, bieten manche Leasinggeber an, sie während der Laufzeit anzupassen. Das ist weder garantiert noch überall möglich: Frag rechtzeitig nach und lass dir ein Angebot schriftlich geben.

Diese Seite erklärt, wie man üblicherweise rechnet. Die Beträge sind Beispielwerte, keine Richtwerte. Maßgeblich sind das Angebot und die Leasingbedingungen deines Leasinggebers.