Leasingtacho

Mehrkilometer beim Leasing: Kosten berechnen und vermeiden

Fährst du mit deinem Leasingauto mehr als vereinbart, wird es am Vertragsende teuer. Hier erfährst du, wie Mehrkilometer abgerechnet werden, was eine Freigrenze ändert und wie du rechtzeitig merkst, ob du auf eine Nachzahlung zusteuerst.

Stand: September 2026

Was sind Mehrkilometer?

Bei einem Kilometerleasing vereinbarst du mit dem Leasinggeber, wie viele Kilometer du über die gesamte Laufzeit fahren wirst – zum Beispiel 15.000 km im Jahr, bei drei Jahren Laufzeit also 45.000 km. Diese vereinbarte Gesamtlaufleistung ist in deine monatliche Rate eingerechnet.

Mehrkilometer sind alle Kilometer, die du am Ende über diese vereinbarte Laufleistung hinaus gefahren bist. Sie werden am Vertragsende zusätzlich berechnet, meist mit einem festen Satz je Kilometer, der in deinem Vertrag steht.

Das Gegenstück sind Minderkilometer: Bleibst du unter der vereinbarten Laufleistung, bekommst du je nach Vertrag etwas zurück. Mehr dazu im Artikel über Minderkilometer und Freigrenze.

Wie werden Mehrkilometer abgerechnet?

Abgerechnet wird einmal, nach der Rückgabe am Vertragsende. Die Rechnung hat drei Schritte:

  1. Gefahrene Kilometer ermitteln: Kilometerstand bei der Rückgabe minus Kilometerstand bei der Übernahme. Auch ein Neuwagen hat bei der Übergabe oft schon ein paar Kilometer auf dem Tacho.
  2. Mehrkilometer bestimmen: gefahrene Kilometer minus vereinbarte Gesamtlaufleistung.
  3. Freigrenze berücksichtigen und mit dem Satz multiplizieren: Hat dein Vertrag eine Freigrenze, bleibt ein Teil der Mehrkilometer ohne Berechnung. Der Rest wird mit dem Satz je Mehrkilometer multipliziert.

Wie hoch der Satz ist und ob es eine Freigrenze gibt, steht in deinem Vertrag. Die Beträge auf dieser Seite sind Beispielwerte zum Nachrechnen, keine Richtwerte.

Was kosten Mehrkilometer? Ein Rechenbeispiel

Angenommen, du hast für 36 Monate 45.000 km vereinbart und bist am Ende 52.000 km gefahren. Dein Vertrag sieht eine Freigrenze von 2.500 km vor, die als Freibetrag abgezogen wird, und einen Satz von 0,12 € je Mehrkilometer.

Beispiel: Abrechnung mit Freigrenze als Freibetrag
Posten Wert
Vereinbarte Gesamtlaufleistung 45.000 km
Tatsächlich gefahren 52.000 km
Mehrkilometer 7.000 km
Freigrenze (Freibetrag) −2.500 km
Abzurechnende Mehrkilometer 4.500 km
Satz je Mehrkilometer 0,12 €
Nachzahlung (4.500 km × 0,12 €) 540,00 €

Genau diese Schritte lohnen sich auch bei deiner eigenen Schlussabrechnung: Stimmen vereinbarte Laufleistung, Kilometerstand bei Übernahme und Rückgabe, Freigrenze und Satz mit deinem Vertrag überein? Schon 1.000 km Unterschied machen im Beispiel 120,00 € aus. Worauf du bei der Rückgabe achten solltest, steht im Artikel Leasingrückgabe: die Kilometer im Blick.

Freibetrag oder Grenze: Was passiert, wenn die Freigrenze überschritten ist?

Freigrenze ist nicht gleich Freigrenze. Verträge regeln unterschiedlich, was gilt, sobald du darüber liegst:

  • Freibetrag: Nur die Kilometer über der Freigrenze werden berechnet. Das ist die Rechnung aus dem Beispiel oben.
  • Grenze: Solange du innerhalb der Freigrenze bleibst, zahlst du nichts. Überschreitest du sie, werden alle Mehrkilometer berechnet – ab dem ersten.
Beispiel: 7.000 Mehrkilometer, Freigrenze 2.500 km, 0,12 € je Kilometer
Freigrenze wirkt als Berechnet Nachzahlung
Freibetrag 4.500 km 540,00 €
Grenze 7.000 km 840,00 €

Der Unterschied beträgt im Beispiel 300,00 €. Besonders deutlich wird er knapp über der Freigrenze: Mit 2.600 Mehrkilometern zahlst du beim Freibetrag 12,00 €, bei einer Grenze dagegen 312,00 €. Mit 2.400 Mehrkilometern wären es in beiden Fällen 0,00 €.

Wie es bei dir geregelt ist, steht im Vertrag oder in den Leasingbedingungen. Manche Verträge haben gar keine Freigrenze – dann zählt jeder Kilometer über der vereinbarten Laufleistung.

Wie viele Kilometer darf ich bis heute gefahren sein?

Mehrkilometer werden erst am Vertragsende abgerechnet, sie entstehen aber über die ganze Laufzeit. Je früher du merkst, dass du zu viel fährst, desto mehr Zeit bleibt zum Gegensteuern – und desto kleiner muss die Änderung ausfallen.

Einen guten Anhaltspunkt liefert das Soll zum heutigen Tag: die vereinbarte Laufleistung gleichmäßig über die Laufzeit verteilt. Nach 12 von 36 Monaten ist ein Drittel der Laufzeit um. Bei 45.000 km vereinbarter Laufleistung sind also rund 15.000 km „dran“.

Bist du bis dahin 18.000 km gefahren, liegst du 3.000 km über dem Soll. Geht es im selben Tempo weiter – 1.500 km im Monat –, stehen am Ende 54.000 km zu Buche: 9.000 Mehrkilometer. Mit einem Freibetrag von 2.500 km und 0,12 € je Kilometer wären das 6.500 km × 0,12 € = 780,00 €.

Um genau bei 45.000 km zu landen, dürftest du in den restlichen 24 Monaten noch 27.000 km fahren, also 1.125 km im Monat statt 1.500 km. Ein einzelner Blick sagt dabei weniger als der Verlauf: Urlaubsfahrten oder ein Monat im Homeoffice verschieben das Bild kurzfristig.

Zu viele Kilometer gefahren: Was kann ich tun?

  • Fahrverhalten anpassen: Wege bündeln, Fahrgemeinschaften bilden, für lange Strecken die Bahn nehmen. Je früher du anfängst, desto weniger musst du pro Monat einsparen.
  • Beim Leasinggeber nachfragen: Manche Leasinggeber bieten an, die vereinbarte Laufleistung während der Laufzeit anzupassen oder Kilometer nachzukaufen. Das ist oft günstiger als die Abrechnung am Ende, aber weder garantiert noch überall möglich. Lass dir ein Angebot schriftlich geben und vergleiche es mit der erwarteten Nachzahlung.
  • Zweitwagen für lange Strecken: Gibt es im Haushalt ein weiteres Auto, kann es sich lohnen, lange Fahrten damit zu machen – oder für eine einzelne Reise einen Mietwagen zu nehmen.
  • Rücklage bilden: Lässt sich die Nachzahlung nicht vermeiden, leg jeden Monat einen Betrag zurück. Im Beispiel oben wären 780,00 € auf 24 Monate verteilt 32,50 € im Monat.

Warum Mehrkilometer oft teurer sind als Minderkilometer

Viele Verträge rechnen nicht symmetrisch: Der Satz für Mehrkilometer ist häufig höher als die Vergütung für Minderkilometer, und die Vergütung ist oft gedeckelt oder ganz ausgeschlossen. Rechnet man zum Beispiel mit 0,12 € für Mehr- und 0,07 € für Minderkilometer, kosten 1.000 km zu viel 120,00 €, während 1.000 km zu wenig nur 70,00 € bringen – jeweils jenseits der Freigrenze.

Ein kleiner Puffer nach unten ist deshalb meist die sicherere Wahl als ein Überschuss nach oben.

Diese Seite erklärt, wie Mehrkilometer üblicherweise abgerechnet werden. Maßgeblich ist, was in deinem Vertrag und den Leasingbedingungen steht – im Zweifel frag beim Leasinggeber nach.